Kategorie-Archiv: Tools

Von der Interaktivität – Teil 2: Newsgames

Diese Serie handelt von Interaktivität im digitalen Bereich. Es geht darum, dass darunter viel verstanden werden kann und es unterschiedliche Varianten gibt. Wo und wie wird das Prinzip eingesetzt, was und wann kann es etwas bringen? Letztlich geht es um die Frage, wohin die Reise in Sachen Interaktivität führen könnte. Teil 1 der Serie: Snowfall & Webdokus

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Pong 1972  |  Last of Us 2013

Erinnern Sie sich noch? Vor zwei, drei Jahren war Gamification das große Ding. Und Newsgames wurden heiß gehandelt: Zu aktuellen Vorgängen sollten mehr oder minder kleine Spiele Hintergrund liefern oder die Auseinandersetzung mit Themen befördern. Und? Wann ist Ihnen in letzter Zeit ein Newsgame begegnet? Eben. Aber warum wurde aus dem Hype nichts?

Meine These: Gelungene Games stellen die Königsklasse der Interaktivität dar. Also ungefähr das Gegenteil von dem was gerne schon als „interaktiv“ betitelt wird: Slideshows oder eine Karte, auf der sich ein paar Punkte klicken lassen. Das Format Computer-/Videospiel (Game) eignet sich aufgrund des hohen Produktionsaufwands nur in Ausnahmefällen für die Nachrichtenbranche.

In der Theorie sind Newsgames aber eine feine Sache. Spricht man über Spiele, muss man sich noch einmal eins verdeutlichen: Es gibt Spiele (Games) und Spielzeuge (Toys). So ist ein Fußball ein Spielzeug, der dann mittels eines Regelwerks (z.B. wir schießen den Ball immer hin und her) zum Spielen genutzt werden kann. So gibt es Spiele, die eigentlich eher ein Spielzeug sind oder eine Mischung darstellen: Die Sims, Minecraft und wenn man so will “Open World Games” wie Grand Theft Auto (GTA) ab Folge 3.

Letztlich speisen sich Newsgames aus dem gleichen Ansatz wie „Serious Games“ oder „game-based-learning“. Von diesen Konzepten hieß es übrigens auch eine Zeit lang, sie würden bald den Durchbruch erleben, den Weg ins Klassenzimmer finden und das Nachhilfewesen revolutionieren. Dazu kam es nicht – aus ziemlich den gleichen Gründen, warum es auch Newsgames in der Praxis schwer haben.

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Hier werden die umkämpften Paragraphen visuell dargestellt..

Lobbyplag sagt Danke – Analyse und weitere Schritte

Wir haben unser Crowdfunding-Ziel erreicht – vielen Dank an 242 Unterstützer. Derzeit liegen wir bei 7669 Euro und es ist noch ein Tag Zeit, das Projekt weiter zu unterstützen.

Zeit als kritischer Faktor

Ursprünglich war unser Plan, Lobbyplag als “Freizeitprojekt” weiterzuentwickeln – mit dem riesigen Medienecho ist aber ein Erwartungsdruck entstanden, dem wir so nicht hätten gerecht werden können. Um das Medienecho nutzen zu können, waren wir auf eine schnelle Lösung angewiesen – und hier zeigte sich, dass kickstarter, startnext und andere Services einen riesigen Nachteil hatten: Um dort ein Projekt einzupflegen, braucht man einige Tage Vorlauf – Sebastian von Krautreporter hingegen ermöglichte uns, noch am Tag unserer Anfrage zu starten. Wir haben uns gegen ein aufwändiges Video und ausgefallene Prämien entschieden – dafür gab es einige kritische Einzelstimmen, mehrheitlich scheint aber die Unterstützung der “Sache” die primäre Motivation gewesen zu sein.

Spendeneinnahmen für lobbyplag über die Zeit

Spendeneinnahmen für lobbyplag über die Zeit

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Fusion Tables: Zoombares Liniendiagramm

Neuerdings hat Google Fusion Tables drei weitere Visualisierungsoptionen im Programm. Auf die Diagrammkarten und die Netzwerkgraphen wurden hier im Blog schon eingegangen. Die dritte Variante ist ein Liniendiagramm bei dem der Ausschnitt der x-Achse verändert werden kann. Als Beispiel dienen hier die Zahlen für Druckauflagen, Abozahlen usw. des Magazins Der Spiegel.

Wie bekannt wurde, scheint in Hamburg zwischen Print- und Onlineredaktion unter dem Spiegeldach der Haussegen schief zu hängen. Print-Chefredakteur Georg Mascolo sieht sein Heft durch das kostenfreie Spiegel-Onlineangebot kannibalisiert, meldete im April Mediaa.

Die oben gezeigten Zahlen stammen von IVW -”Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V.”. Dort gibt es übrigens solche für diverse Print-, Online- und Rundfunkmedien zum Download im csv-Format (nach kostenloser Registrierung). Allerdings scheinen die Daten für den Spiegel Fehler zu enthalten; zumindestens gibt es bei einigen Ausgaben nicht nachvollzuziehende Einbrüche in den Zahlen.

Was sich beispielsweise gut durch die Zoomfunktion der obenstehenden Visualisierung erschließen lässt, ist, dass in den letzten 14 Jahren die Druckauflage des Spiegels mit der Ausgabe nach dem 11. September 2001 ihren Höhepunkt erreichte – ein Auflagensprung um 200.000 auf 1.54 Mio Hefte. Auch zu sehen: Der Verkauf am Kiosk ist deutlich am schrumpfen – seit 2003, also in knapp 10 Jahren, hat der sich fast halbiert. Was durchaus auch auf mobile Internatangebote zurückzuführen sein könnte.

Kurzes Fazit: Das Liniendiagramm ist kein bahnbrechendes Tool, aber für manche Fälle eine schnell einsetzbare Möglichkeit, Zahlen sichtbar zu machen; das bietet sich etwa im Finanzbereich an für den Verlauf von Aktien- oder Wechselkursen.

Netzwerkgraph:Parteispenden 2010

Im vorherigen Post wurde schon auf eine der drei neuen Visualisierungsoptionen bei Google Fusion Tables eingegangen (Map charts). Hier nun ein Beispiel für die Möglichkeit, Netzwerke abzubilden. In diesem Fall habe ich das unlängst per Update auf den Stand von 2010 gebrachte Parteispenden-Recherchetool der taz genutzt. Dort habe ich mir eine csv-Datei aller Spenden im Jahr 2010 von Unternehmen an die Parteien generieren lassen.

Nach dem Import der Tabelle nach Fusion Tables lässt sich unter dem Menüpunkt “Experiment” die Option “Network graph” wählen. Es müssen dort nun zwei Spalten benannt werden, die in Beziehung stehen – in dem Fall Parteien und Unternehmen. Optional lässt sich noch eine dritte Spalte mit einem “Weight” bestimmen – die also die Intensität der Verbindung beziffert, die entsprechend die Dicke der Verbindungslinie beinflusst.

Auch kann ausgewählt werden, ob Pfeile vom “Vertex 1″ zum “Vertex 2″ gezeigt werden (Vertex=Node=Knoten). Ebenfalls lässt sich die Anzahl der gezeigten Knoten bestimmen. Das Tool zeigt dann, reduziert man die Anzahl der Nodes, zuerst diejenigen, die mehrere Verbindungen haben.

Leider lässt sich die Netzwerk-Visualisierung noch nicht einbetten. Hier aber ist ein Link auf die interaktive Variante des oben abgebildeten Graphen.

Karte + Diagramme: Neue Visualisierungen für Fusion Tables


Google hat seinem Werkzeug Fusion Tables drei neue Visualisierungsoption spendiert – sie finden sich in einem “Experiment menu”; neben einer Netzwerkvisualisierung und einem interaktiven Liniendiagramm handelt sich dabei um eine Option, Daten für einzelne Gebiete auf einer Karte zu visualisieren. Das Tutorial von Google selbst macht es schon deutlich: sie entwickeln solche Tools nicht zuletzt vor dem Hintergrund des US-Wahlkampfs 2012 (siehe dazu auch: “How Google beat AP with Iowa caucus results (and why it matters)“).

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Überblick über Politik- und Monitoringsoftware

Für einen kommenden Vortrag auf einem Journalisten-Workshop ist diese Übersichtskarte entstanden. Sie bildet nicht-staatliche Politik- und Monitoringsoftware ab. Die Angebote werden von Privatpersonen, Vereinen und Firmen betrieben. Ein Teil ist noch in der Entwicklung, andere laufen schon seit Monaten oder Jahren.

Die erste Version der Karte (png) zeigt ein Ökosystem von Anwendungen, das noch am entstehen ist – aber eindeutig wächst. Wenn die Angebote alle im Betrieb sind und fleissig genutzt werden, dürfte sich aus dem Zusammenspiel der Informationen mittelfristig einiges in der politischen Landschaft bewegen. Auch für Journalisten dürften so neue Erkenntnisse – aber auch neue Formen der Berichterstattung – möglich werden.

Etwa durch OpenHaushalt, das in einer Alpha-Version schon online ist, um den Bundeshaushalt zu  öffnen und transparent zu machen. Bislang liegen die Haushalte seit 2003 vor; später soll man wohl ausführlich suchen und einzelnen Haushaltsposten kommentieren können.

Kurz vor der Fertigstellung befindet sich Lobbypedia, ein Lobbyregister –  es wird allerdings zuerst nicht von allen bearbeitet werden können. Interessant dürfte auch OpenBundestag werden: Dort sollen unter anderem der Stand von Gesetzgebungsverfahren abgebildet werden. Die beiden letzteren Anwendungen sollen im Juni oder Juli diesen Jahres starten.

Über Software für Bürger(beteiligung)

Reparier’ meine Straße – eine klare Ansage: So heißt ein Dienst aus Großbritannien – fixmystreet.com. Dahinter steckt mal wieder mySociety (siehe auch den Überblick zur Wähler Software). Bei FixMyStreet kann man Schäden wie eine kaputte Straßenlaterne auf einer Katasterkarte eintragen. Per Mobiltelefon lässt sich mittlerweile gleich noch ein Foto hochladen. Die zuständige Verwaltung wird über den Eintrag in Kenntnis gesetzt und kann in der Software Rückmeldung geben, ob und wann der Schaden behoben wird. Schlicht, simpel, sinnvoll. Während in England FixMyStreet von einer NGO initiert wurde, hat das Land Brandenburg – bislang einzigartig in Dtl. – die Idee von Verwaltungsseite aufgegriffen: Der Maerker.Brandenburg nuzt auf ähnliche Weise die Methode des “Crowdsourcing”.

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Übersicht: Software für Wähler

Mitte Juli soll es endlich so weit sein. Dann will die Plattform meinedemokratie.de starten – der Launch wurde schon einige Male verschoben. Das Angebot, so heißt es in dem dazugehörigen Blog, versteht sich “als zentrale Informationsplattform für alle politischen (und gesellschaftlichen) Beteiligungsmöglichkeiten.”

meinedemokratie.de, so scheint es, setzt auf Partizipationsmöglichkeiten und will sich nicht wie viele andere Politik-Anwendungen an der parlamentarischen Politik abarbeiten. Doch steht vor der Partizipation immer auch Information und für das Monitoring parlamentarischer Prozesse gibt es ein paar gute Softwarelösungen:

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