Datenjournalismus im Oktober 2014

EarthWindMap | Screenshot von http://earth.nullschool.net/

EarthWindMap | Screenshot von http://earth.nullschool.net/

Christina Elmer erklärt Message, warum Datenjournalismus DIE Erzählform der Zukunft ist. Das Besondere:

„[…] unsere Erkenntnisse sind dabei nicht nur Beiwerke zu klassischen journalistischen Erzeugnissen wie Texten. Das Produkt des Datenjournalismus besteht vielmehr aus einem Zusammenspiel verschiedener Elemente, das es ermöglicht, eine Geschichte perfekt zu erzählen.“

Wie war das nochmal mit der Korrelation und der Kausalität? War das signifikant? Hier ein paar Fragen, die man sich als Datenjournalist eigentlich nicht mehr stellen darf … oder eben unbedingt stellen sollte? Ein weiterer Klassiker unter den Statistik-Fallen: Darstellungen verkürzter Zeiträume. Die haben wohl alle das gleiche Buch gelesen … oder hätten es eben unbedingt lesen sollen?

Schönes Beispiel dafür, warum das Schreiben über Zahlen „immensely challenging“ sein kann: in dem ursprünglichen Artikel geht es um Alkoholkonsum in den USA. Trevor Butterworth nimmt diesen Post a.u.s.e.i.n.a.n.d.e.r. und zeigt recht eindeutig, warum es der Wonkblog der Washington Post versäumt hat, Fußnoten zu checken und die Daten richtig zu beschreiben.

Zwei gute Specials zum Thema Mauerfall: Einmal von der Berliner Morgenpost – hier kann man den Mauerweg virtuell nachverfolgen und an einzelnen Punkten Halt machen. Außerdem: Wer den Ronny-Faktor letzte Woche nicht mitbekommen hat, der hat das Zeit Special zu dem Thema „Das geteilte Land“ verpasst.

Eine stichprobenartige Erhebung von Artikeln, die mit einer Datenvisualisierung in österreichischen Tageszeitungen aufgemacht werden, hat ergeben: „Das Setting: Analyse von datenjournalistischen Beiträgen in den Tageszeitungen Österreichs. Das Ergebnis: lau. Oder weniger.“

Das gemeinnützige Rechercheportal “ProPublica” hat ja bei der jährlichen Versammlung der Online News Association (ONA) ordentlich abgeräumt. Hier gibt’s ein interessantes Audio-Interview mit ProPublicas Datenjournalist Jeff Larson.

Zur Evolution von Datenjournalismus: wie sich ein Berufsbild von “computer assisted reporters”  hin zu Seiten wie New York Times’ The Upshot, oder auch Vox.com und Nate Silver’s 538 entwickelt hat. Datenjournalismus ist zwar nichts neues, aber einige Aspekte sind dann doch innovativ: “access to an unprecedented amount of data, as well as to powerful and freely available new tools that are being shared, copied and used to manipulate data to tell stories.”

Die Sonntagszeitung hat in der Schweiz ein interessantes Experiment durchgeführt: sie versah “Lockvogel-Fahrräder” mit GPS-Trackern, um Fahrraddieben auf die Schliche zu kommen. Das passierte beispielsweise mit einem Fahrrad in Zürich.

Wie ein DDJ Team zusammengestellt werden muss, verrät Prof. Gordon von der Northwestern Universität. Sein Fazit: Man nehme einen Journalisten, einen Programmierer und einen Visualisierer. Tja, manchmal kann es so einfach sein. Das Bloomberg Visual Data Team scheint den Dreh zumindest rauszuhaben – hier ein Interview mit Jeremy Scott Diamond, der erzählt, wie Bloomberg’s Visual Data Team zusammengestellt ist.

Webkid Moritz bloggt darüber, wie man mit Leaflet, TopoJSON und Chroma.js Karten erstellt.

Hier eine Github Linkliste zu Datensätzen von der New York Times, Guardian, ProPublica & Co.. Wie wichtig Github ist, wissen wir, ne?

Die Nichtregierungsorganisation LobbyControl hat das Online Recherchetool lobbyfacts.eu gelauncht. Schon mal gestöbert? Es zeigt unter anderem die größten Lobby-Akteure in Brüssel.

Welche Behörden Open Data in Deutschland anbieten, kann man hier entnehmen.

Wir haben ja schon über die von Correct!v veröffentlichte Justizgelder-Datenbank gesprochen. Jetzt hat Stefan Wehrmeyer den Code hinter diesem Projekt erklärt. Inklusive Link zum kompletten Quelltext auf Github.

Ein neues Team mit dem Fokus Datenjournalismus wurde beim SRF gestartet. Zum Team gehören unter anderem Sylke Gruhnwald und Julian Schmidli. Viel Erfolg!

Hier zeigt Michael Hörz (Achtung, sein Seminar beginnt bald – mehr Infos weiter unten), wie Bot-Netze versuchen, sich bei ihm einzuloggen.

WERKZEUGE

Joinen, parsen, slicen, db loaden … all das über command line mit … drum rolls please … csvkit – ein Open Source Projekt.

TERMINE

Björn Schwentker, Datenjournalist und Gastautor dieses Blogs, wird vom 09.-10-03. 2015 ein Seminar zum Thema „Interaktive Karten fürs Web“ an der Akademie für Publizistik in Hamburg halten.

Ein paar Termine bleiben weiterhin interessant:

#ddjberlin trifft sich am Donnerstag, 20.11.2014 um 19 Uhr bei OpenDataCity.

Am 11. November findet die 4. Tagung über Datenjournalismus in Zürich statt. Mit dabei sind u.a. Sylke Gruhnwald und Lorenz Matzat.

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Und hier noch was von fefe aus der Kategorie „Quantify your Arbeitnehmer“: „In Indien kann man auf einer Webseite sehen, wie viele Regierungsangestellte gerade an ihrem Arbeitsplatz sind

Und hier noch was fürs Auge.

So, bis zum nächsten Mal – freie Fahrt und freie Daten.

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Alle Monatsübersichten ab Januar 2013 hier.

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