Datenjournalismus im Sommer 2013

Eine Auswahl von Links, Materialien, Tools und Terminen

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Das beeindruckende Projekt eines internationalen offenen Handelsregisters, Open Corporates, bietet nun die Option, die Netzwerke der Firmen zu visualisieren. Für einige Beispiele haben sie die wahnsinnig verschachtelten Firmenkonstrukte extra visualisiert. Oben ist ein Auschnitt des Netzes von Goldmann-Sachs zu sehen. Umgesetz haben die Visualisierung Kiln aus Italien, die ein Making-of veröffentlicht haben.

Auf visualisingdata.com findet sich eine große Sammlung von Websites, die Zugang zu unterschiedlichsten Open Data-Datensätzen von NGO, Regierungen usw. bereitstellen. Ebenfalls ist dort ein Überblick über „10 significant visualisation developments: January to June 2013″ zu finden.

Am Knight Center for Journalism in the Americas läuft noch bis Mitte September ein Massive Open Online Course (MOOC) zu den Grundlagen des Datenjournalismus.

Marcus Anhäuser hat im Juli ein Interview zu Hacks/Hackers in Berlin geführt. Und auch Björn Schwentker zu seinem Projekt „Zensus unzensiert“ befragt.

Die Bertelsmann Stiftung hat im Juli das Werkzeug Global Economics Dynamics – GED Viz – vorgestellt.

Einige Wellen schlug im Juli die Ankündigung, dass Nate Silver mit seinem Blog von der NYT zu einem Sportsender umzieht. Silvers elf Statistik-Prinzipien für Journalisten wurden auf dem generell lesenswerten Blog zur R-Software namens Revolutionary Analytics zusammengefasst.

Bei Zeit Online wurde geschildert, wie die Nachrichtenwebsite aus vielen tausend Dokumenten eine Abgeordnetenbilanz erstellt hat.

Hier findet sich eine Liste von Büchern rund um Daten & Visualisierung.

Im Blog von Friedrich Lindenberg, derzeit Knight-Mozilla Fellow bei der Spiegel Gruppe in Hamburg, geht es bspw. um Datenmanagment in Redaktionen und Textmining.

Der Visualisierungsmeister der NYT, Mike Bostock (Vater von d3.js) hat seinen Vortrag auf dem Eyeo-Festival für das Web aufbereitet. Es handelt davon, wie wichtig es ist, (Code-)Beispiele zu teilen, um sich gegenseitig zu helfen und zu inspirieren (Video des Vortrags).

Einen schönen Überblick über die Geschichte von Visualisierung ist hier zu lesen und zu sehen.

Am 20. Juni wurden die Gewinner des „International Data Journalism Award“ bekannt gegeben.

Der immer wiederkehrenden Frage, wie sich Datenjournalismus definieren lässt, hat sich im Juni Tony Hirst von der Open University aus Großbritannien gewidmet. Der gleiche Autor hat auch aufgeschrieben, wie man in das für Visualisierungen beliebte (aber anspruchsvolle) d3.js einsteigen kann.

Auf journalist.de findet sich die Übersetzung eines Poynter-Tutorials zur Anwendung von Netzwerkanalysen im Lokaljournalismus.

Wie lassen sich Schlüsse aus Daten ziehen (und dabei Fehler vermeiden)? Das erläutert Jonathan Stray (Overview) bei OpenNews. Dort gibt es auch ein Stück über Grundlagen von Statistik.

Mit 20 Karten hat NZZdata in einer „Sommerserie“ die Schweiz beschrieben.

Es zeichnet sich ab, dass (pseudo-)interaktive 3D-Datenvisualisierung vermehrt im Journalismus Verwendung finden werden, weil es stetig bessere (mobile) Grafikkarten und mächtigere Browser gibt. Zwei Beispiele: Überflutung in New York (Pro Publica, Juni) und Stadtentwicklung in der selben Stadt (NYT, August).

TERMINE

Die 2. Storytelling Konferenz am 20. September 2013 in Zürich widmet sich dem Thema „Mit Daten erzählen“.

In Nordrhein-Westfalen gibt es jetzt auch Datenjournalismus-Treffen: ddjnrw

In EIGENER SACHE

Vice Deutschland hat Michael Kreil von OpenDataCity interviewt.

Wir haben im Zusammenhang mit PRISM & Co. Webapps zum NSA & Stasivergleich sowie zum Verlauf von Internetanfragen herausgebracht.

Anfang September werden wir neue Angebote für Redaktionen in Sachen Datenvisualisierung in unserem Newsletter ankündigen.

Alle Monatsübersichten ab Januar 2013 hier.

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