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Yahoo Pipes und Twitterfeed-Tutorial: Bundestag-RSS filtern

yahoo pipes schemaYahoo Pipes ist ein großartiges Werkzeug, um Informationen von Websiten oder aus anderen Datenquellen abzugreifen, zusammenzuführen und automatisiert zu filtern. Es benötigt keine großartigen Programmierkenntnisse, sondern erlaubt logische Operationen über eine grafische Oberfläche. Die so gewonnen Informationen können dann in verschiedenen Formaten veröffentlich werden (Mashup). Eben ist das Werkzeug, für dessen Nutzung ein Yahoo-Account benötigt wird, in der zweiten Version erschienen. Das Update nach drei Jahren soll schneller arbeiten und demnächst neue Funktionen erlauben, heißt es im offiziellen Blog.

Hier wird im folgenden Beschrieben, wie aus dem RSS-Feed der Bundestagswebsite alle Drucksachen, die Anfragen an und Antworten der Bundesregierungen sind, herausgesiebt werden. Weiter wird gezeigt, wie sich die Links auf das pdf-Dokument automatisch auf Twitter (twitter.com/anfrage) veröffentlichen lassen.

Wofür ist das nützlich? Nur ein kleiner Teil der Drucksachen des Bundestages sind Anfragen der Opposition bzw. Antworten der Bundesregierung auf  diese (ein anderes zu filterndes Thema wären bspw. die „Anträge). Die Anfragen selbst enthalten nicht selten interessante Informationen; die Antworten wiederrum verraten einiges über Regierungshandeln – nicht zuletzt durch die Verweigerung von Informationen. Insofern zeigt das im folgenden erklärte Verfahren ein Weg zur Arbeitserleichterung in der Recherche und dem Monitoring auf – an der alle teilhaben können, die ein RSS-Reader nutzen oder sich über Twitter mit Informationen versorgen.

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Das Gesellschaftswerkzeug

Das Internet wird auch in Deutschland erwachsen: Ein Verbund von Politikanwendungen wird die Bürger in naher Zukunft ermächtigen, wieder selbst Entscheidungen zu treffen

Illustration von Der Freitag

Einöde. So lässt sich jener Teil der Internetlandschaft beschreiben, der von der Bundesregierung bestellt wird. So oft auch von E-Demokratie die Rede ist, so wenig wird von den Bundesministerien dafür getan. Anders in den USA und Großbritannien: Dort werden OpenGovernment-Initiativen vorangetrieben, wird Regierungs- und Verwaltungshandeln transparenter, soll die Teilhabe und Mitsprache der Bürger verbessert werden. Einiges daran ist kritikwürdig – es drückt aber eine realistische Beurteilung der Potenziale des Internets für gesellschaftliche Prozesse aus.

Dagegen zeugen etwa die in der vergangenen Woche verkündeten 14 Thesen des Bundesinnenministers zur Netzpolitik von großem Nachholbedarf. Zwar herrschte Erleichterung darüber, dass Thomas de Maizière sich überhaupt konstruktiv mit dem Thema auseinandersetzen will. Doch hatten die vorausgehenden „netzpolitischen Dialoge“ gezeigt, dass der CDU-Politiker den Blick nicht über den Tellerrand richtet. Dass die US-Regierung unter data.gov zahlreiche Datensätze aus allen Ressorts veröffentlicht, war dem Minister nach eigenem Bekunden sogar unbekannt.

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