Fünf Gründe, warum ich von dem Krautreporter-Konzept enttäuscht bin

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  1. Präsentation
  2. Team & Themen
  3. Webtechnologie
  4. Bezahlverfahren
  5. Informationspolitik

[Update, 14.05.2014: Es gibt ein Blog bei Krautreporter, dort werden div. Fragen beantwortet]

Gleich heute morgen habe ich das Abo für 60 Euro bei Krautreporter abgeschlossen; ehrlich gesagt auch deswegen mit leichtem Herzen, weil ich es für nicht unwahrscheinlich halte, dass das Crowdfunding scheitert. Ich habe es aber unterstützt, weil ich mir wünschen würde, dass so eine Art Vorhaben gelingt, auch wenn mich das konkrete Beispiel wenig begeistert.

Vergangenen Sonntag hatte ich schon über mögliche Gründe für das Gelingen bzw. Scheitern geschrieben; hier folgen jetzt fünf Aspekte, warum ich unterwältigt bin:

1. Präsentation

Das Ganze wirkt etwas lieblos. Das Design der Website ist schlicht bzw. minimal, aber es fehlt offensichtlich der Touch eines Designers, es wirkt etwas grobschlächtig. Zu finden sind ein zentrales Video und dann noch einmal 28 für jedes einzelne Teammitglied. Also viele „Talking Heads“, etwa 60 Minuten zum Anschauen. Ob die Fahrstuhlmusik hinter dem zentralen Promovideo sein muss, nur weil Apple & Co auch immer so Musik haben, ist wohl Geschmacksache. Aber wie wäre es mit einer originellen Idee gewesen, in dem Video etwas anders zu machen, als ein paar Leute aus dem Team beim Reden aus ein paar Perspektiven zu zeigen?

Weder erfährt man in der schriftlichen Beschreibung auf der Website, wann es eigentlich los gehen soll, falls es klappt – noch wofür das Geld ausgegeben wird. Wie genau wird das im Web laufen, gibt es Apps usw. usf.? Und wenn man im FAQ seinen Namen für erklärungswürdig hält, dann kann der so gut nicht sein bzw. man ist selbst nicht davon überzeugt.

Erstes Fazit: Das Produkt und Projekt bleibt etwas nebulös.

2. Team & Themen

28 Personen, davon 6 Frauen. Migrationshintergrund scheint bei ihnen rar zu sein; neben den drei Männern als Herausgeber, Geschäftsführer und Chefredakteur finden sich bei den einzelnen Leuten folgende Themen bzw. Bezeichnungen:

Gesellschaft
Gesellschaft & Ernährung
Wissenschaft
Sport & Reportagen
Feminismus & Kultur
New York & Tech
Pop & Netzkultur
Auslandsreporter
Kultur & Gesellschaft (2 Mal)
Politik & Kultur
Politik
Gesellschaft
Medien
Hollywood & Silicon Valley
Medien & Handel
Gesellschaft
Afrika
Filmemacher & Fotograf
IT & Start-ups
Politik & Soziales
ohne Angabe
Sportpolitik
Reporter
Sicherheits- und Verteidigungspolitik

Wäre es nicht eine Idee gewesen, von jedem Teammitglied eine Arbeitsprobe vorzulegen? Ich persönlich habe von den meisten aus dem Team weder vorher etwas gehört noch gelesen/gesehen. Das muss nichts heißen, aber aus dem Gerede in den Videos erfahre ich ja nichts über deren Können. Muss ich mir also selber zusammensuchen.

Der Themen-/Ressortmix könnte so auch von der taz oder Zeit Online stammen. Für den Kontinent Afrika gibt es eine Person; für Europa, Asien, Südamerika, weite Teile von Nordamerika usw. gibt es einen Auslandsreporter. Schwerpunkte auf Themen wie Bildung, Finanzen, Arbeit oder Energie setzt offenbar niemand. Das Stichwort „investigativ“ scheint auch wenig wichtig zu sein. Ich hätte mir ja mehr „Diversität“ gewünscht, auch ein paar mehr „Fachidioten“, die sich in bestimmten Bereichen richtig gut auskennen; gerne auch ein paar ungewöhnliche Aspekte im Mix oder „exotische“ Autoren.

Wird es nur Texte geben? Oder auch Fotos, Videos, Infografiken, Webdokus und interaktive Visualisierungen? Wird es eine Community-Redaktion geben, wer kümmert sich um die Webtechnik – erfährt man nicht oder nur ganz am Rande.

Sprich: Insgesamt wirkt es sehr weiß, deutsch und bildungsbürgerlich. Was genau dem „kaputten Online-Journalismus“ entgegengesetzt werden soll, erschließt sich mir nicht. Mir ist so, als ob es die von Krautreporter angestrebte Form des Journalismus doch recht viel – auch gut – im Netz gibt (vor allem auch auf Englisch). Neugierig macht mich das alles jedenfalls nicht.

3. Webtechnologie

Eine Unternehmung, die im Vorschuss eine Menge Geld verlangt und sich nicht darauf vorbereitet, am ersten Tag – dem mit einer zu erwartenden hohen Aufmerksamkeit – genug Serverkapazitäten vorzuhalten, wirkt halbherzig. Auch scheint es einige Probleme auf mobilen Geräten zu geben, auch beim Bezahlen. Wurde nicht getestet?

Die Grafik mit Mock-ups der Website mit Lorem-Ipsum-Blindtext zeigt nur Apple-Geräte. Gibt es nicht mehr zu präsentieren?

Warum soll ich jemanden Geld geben, der starke Worte über Online-Journalismus verliert, aber sich nicht der Technologie des Trägermediums widmet? Beim Vorbild De Correspondent wurde in der Crowdfunding-Kampagne den Themen Webtechnologie und Design deutlich mehr Platz eingeräumt. Das hätte ich mir hier auch gewünscht.

4. Bezahlverfahren

Es wird als Bezahloption nur die Kreditkarte angeboten. Das erstaunt, weil aus verschiedenen Gründen damit Leute ausgeschlossen bzw. abgeschreckt werden. Das Bezahlverfahren ist die große Hürde, hier muss unbedingt Transparenz und Vertrauen hergestellt werden – sonst steigen viele Leute aus. Warum werde ich auf „sparker.de“ weitergeleitet (Ist das der Nachfolger von der Krautreporter-Plattform?). Es wird nicht erklärt.

Insgesamt ein Kardinalfehler, der letztlich mit zum Scheitern der Kampagne beitragen könnte.

5. Informationspolitik

Warum muss ich Interviews mit den Initiatoren oder Blogbeiträge von den Teammitgliedern lesen, um mehr über das Projekt zu erfahren, für das ich 60 Euro vorstrecken soll? Klar muss für Aufmerksamkeit gesorgt, Buzz erzeugt werden. Aber sollte ich, der potentielle Abonnent, nicht am meisten umworben und am besten informiert werden? Und zwar dort, wo ich dann auch zahlen soll.

Schluss

Es wird sich zeigen, ob das Krautreporter-Magazin erfolgreich finanziert wird. Morgen ist das Thema in den Sozialen Medien durchgenudelt und in ein paar Tagen sind auch die Beiträge darüber in den Print- und Rundfunkmedien durch. Dann kommt die Mühe der Aufmerksamkeitsebene. Ich bin skeptisch, ob es jenseits der Filterblase gelingt, die 15.000 Abonnenten zusammenzubekommen.

Insgesamt ist es erstaunlich, dass das Crowdfunding für das Krautreporter-Magazin recht schlecht vorbereitet wirkt. Weil erfahrene Personen daran beteiligt sind. Hätte sich nicht ein Best-Practice aus den Dutzenden erfolgreichen gelaufenen Fundings auf Krautreporter, geschweige denn bei Kickstarter oder eben bei De Correspondent ableiten lassen?

Trotzdem wünsche ich Krautreporter Erfolg. Aber nur weil ich die Idee gut finde – aber nicht das vorliegende Konzept.

[Update 14.05.2014: Unten kommentiert Rico Grimm aus dem Krautreporter-Team]

84 Gedanken zu „Fünf Gründe, warum ich von dem Krautreporter-Konzept enttäuscht bin

  1. Pingback: 5 Euro für unabhängigen Journalismus ohne Werbung (Update) – Plazeboalarm

  2. Pingback: Krautreporter – Vorbild für moderne Medienunternehmen? | Carta

  3. Flitzpiepe

    „Beim Vorbild De Correspondent wurde in der Crowdfunding-Kampagne den Themen Webtechnologie und Design deutlich mehr Platz eingeräumt. “

    Das halte ich für den wichtigsten Knackpunkt. Anscheinend werden diese Punkte bei Krautreporter eher nebenbei behandelt, obwohl sie natürlich eminent wichtig sind, möglicherweise sogar entscheidend. Auch die lapidare Abhandung des Themas Design durch Sebastian Esser im Meedia-Interview: sehr eigenartig und nicht gerade Ausweis hoher interdisziplinärer Professionalität.

    Ich will nicht zu sehr unken, aber die m.E. sträfliche Vernachlässigung dieser fundamentalen Themenkomplexe – zugunsten vager Journalismus-Optimierung – mag bereits den Keim des Scheiterns für das gesamte Projekt in sich bergen.

    Angesichts der stiefmütterlichen Behandlung solch zentraler Bausteine lässt sich die Unterstellung nicht ganz von der Hand weisen, eigentlich handle es sich nur um ein Crowdfunding für Freie-Journalisten-Jahresgehälter.

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    1. Anyo

      Sehe ich leider auch so. Ich habe keine Kreditkarte und werde mir auch nicht dafür extra eine anschaffen. Überweisung oder PayPal wären hier wohl bessere Alternativen gewesen.

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      1. jj preston

        Dazu hat sich ja längt Stefan Niggemeier geäußert. Ich zitiere mal vollständig:
        „@Matthias: Ich fürchte Ja. Das liegt daran, dass wir nicht einfach so viel Geld einsammeln und rumliegen lassen dürfen, das uns gar nicht gehört.“
        http://www.stefan-niggemeier.de/blog/was-krautreporter-mit-truedetective-zu-tun-hat/#comment-1077466

        Und:
        „@Michael: Ja, richtig. Die Kreditkarten-Sache gilt nur für die Phase vor dem eigentlichen Start. “
        http://www.stefan-niggemeier.de/blog/was-krautreporter-mit-truedetective-zu-tun-hat/#comment-1077519

        Ich hoffe, dass die 15.000 Unterstützer zusammenkommen und das Projekt startet, dann leiste auch ich meinen Beitrag.

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  4. Pingback: Ihr deutsch. Ihr doof! | cdv!

  5. Niclas

    Danke für deinen Text. Ich wünschte mir auch, dass das Ding klappt und startet. Allerdings geht es mir bei allen hier genannten Punkten genauso. Irgendwie wirkt es nicht richtig gut vorbereitet und etwas lieblos.

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  6. MILE

    „Es wird als Bezahloption nur die Kreditkarte angeboten. Das erstaunt, weil aus verschiedenen Gründen damit Leute ausgeschlossen bzw. abgeschreckt werden.“

    Ach ja, die tief verwurzelte Angst der Deutschen vor der Kreditkarte — kommt gleich nach Zugluft und noch vor Eiswürfeln in der Cola…

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    1. Romy Mlinzk

      Auch ich bemängele die Zahlungsweise. Es gibt genügend Menschen, die aufgrund des undurchsichtigen Scorings der SCHUFA keine Kreditkarte oder nur geringe Limits bekommen. Kenne aber auch genügend Leute, die keine Kreditkarte benötigen, da in Deutschland im „normalen“ Leben eine EC-Karte das Zahlungsmittel der Wahl ist. Da hat Deutschland leider ein komplett anderes System, als es im Großteil Europas und Nordamerika der Fall ist. Das hat dann nur bedingt etwas mit Angst zu tun…

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    2. Rudi

      Sorry, MILE, aber Dein Kommentar ist einfach nur dumm. Will man Geld bekommen – und dies ist ja das Anliegen der Krauterer – dann muss man sich eben an die Gepflogenheiten der potenziellen Geldgeber anpassen. Andernfalls: kein Geld.
      Was soll also Deine abfällige Bemerkung bzgl. des „ängstlichen“ Verhaltens der Geldgeber? Dass die sich gefälligst umstellen sollen, damit sie ihr Geld besser loswerden können? Keineswegs – die geben dann einfach kein Geld. Fertig.

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  7. Pingback: Warum Krautreporter.de von mir (noch) kein Geld bekommen hat | Marcs Mancave

  8. Gregor Keuschnig

    Erstaunlich welche Kriterien hier als mögliche Knackpunkte herangezogen werden. Der Begriff des „Bedenkenträgers“ wird wohl demnächst ähnlich wie „Kindergarten“ Einzug in den angelsächsischen Sprachraum finden; einzig der Umlaut wird problematisch werden.

    Zwei Tage vorher stand hier: „Es sind einige Personen dabei, die im Netz Rang und Namen und schon eine solide Reichweite haben.“. Jetzt: „Ich persönlich habe von den meisten aus dem Team weder vorher etwas gehört noch gelesen/gesehen.“ Von ähnlicher Qualität sind die anderen Einwände: zu wenig Frauen, zu wenig Migrationshintergrund, schlechte Seite und natürlich die Kreditkarte. Alles Sachen, die tatsächlich rein gar nichts mit der Intention der „Krautreporter“ (wahrlich ein scheußlicher Name) zu tun habe. Es geht denen wohl um Journalismus und nicht um schöne Knöpfe zum Klicken. Von jedem Reporter eine „Arbeitsprobe“ zu verlangen, weil man 5 Euro im Monat bezahlen soll? Das ist in etwa so, als stelle sich die Redaktion einer Zeitung dem Abonnenten vor. Mit derlei Lächerlichkeiten würde vermutlich heute die Erfindung des Rads noch schwierig werden.

    Mir ist das Projekt aus anderen Gründen derzeit nicht interessant genug, Sollten sich die hochtrabenden Ambitionen (und was sonst als „hochtrabend“ sollte man vor einem Projekt schon sein) in guten Texten niederschlagen, dann wäre ich dabei. Derzeit aber nicht. Und hat das nichts mit irgendwelchem Design-Schnickschnack zu tun, die inzwischen wohl höher veranschlagt werden als die Qualität von Texten.

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    1. Lorenz Matzat Artikelautor

      Danke für den Kommentar. Verstehe deine Einwände nicht. „Einige“, nämlich sechs sind mir bekannte Namen. D.h. 22, also knapp 5/6, nicht – also die „meisten“. Was ist zuviel daran verlangt, dass Leute, die 60 Euro von mir haben wollen, ihr Unterfangen besser präsentieren? Und z.B. Arbeitsproben in Form eines bestehenden Artikels oder Videos auf der Website bereitstellen.

      Und es mag sein, dass es denen „um Journalismus“ geht, sogar mit einer Intention. Aber wie genau soll der aussehen, wie soll diese Intention umgesetzt werden? Warum rechtfertigt diese vage „Intention“ z.B. auf Diversität zu verzichten? Finde es recht einfach, Kritik als „Bedenkenträgerei“ abzutun. Ein wenig mehr Argumente bitte.

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      1. Marc

        Und wenn es nur bekannte Namen wären? Dann würde man sagen, dass sich da zwei Dutzend Alphablogger oder -journalisten versuchen ihre gute Auftragslage noch weiter zu verbessern und den Nachwuchs keine Chance geben.

        Man kann es drehen und wenden, wie man es gerade braucht. :-)

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      2. Gregor Keuschnig

        Wo sind denn Ihre Argumente jenseits von Äußerlichkeiten? Wer würde (außer Sie vielleicht) 60 „Arbeitsproben“ lesen wollen, also mindestens 2 Stunden Zeit „investieren“? Die Aufstellung einer Redaktion ist kein kollaborativer Akt – weder im Netz noch im „Print“. Das „Argument“ mit der Kreditkarte ist ja wirklich lächerlich und könnte von meiner Großmutter stammen.

        Unglücklich finde ich etwas ganz anderes: „Der Online-Journalismus ist kaputt“ steht da. DAS würde mich interessieren. Warum gibt es eine Unterscheidung zwischen Online-Journalismus und Print-Journalismus? Niggemeier, einer der Krautreporter und gestern Aushängeschild, hat vor vielen Jahren mal einen Beitrag geschrieben, der von „gutem“ Journalismus sprach – jenseits künstlich gezogener Grenzen. Niggemeier war es auch, der neulich vom engagierten Journalismus schrieb, der nicht mehr objektiv respektive neutral sein könne und dies auch gar nicht zum Ziel haben müsste. DAS stört mich daran: Ich habe schlichtweg das Gefühl, es gibt den üblichen Meinungsjournalismus, der von Fakten und Rechercheergebnissen entsprechend illustriert wird. Das ist meine Bedenkenträgerei. Knöpfchen zum Klicken oder Quoten interessieren mich da rein gar nicht.

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        1. Rudi

          „Das “Argument” mit der Kreditkarte ist ja wirklich lächerlich und könnte von meiner Großmutter stammen.“

          Keineswegs, wenn man sich die Mühe macht, ein bisschen über das eigene Blog hinauszugoogeln: Es ist ganz offensichtlich die eigentliche Hürde, die das Projekt scheitern lassen könnte, glaubt man den vielen Stimmen der (mutmaßlich größtenteils U30-Schreiber), die ebenfalls eine marktgängigere Bezahlmöglichkeit vermissen. Mit Deiner oder meiner Oma hat dies eher wenig zu tun…

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        2. A.P.

          @Keuschnig: Ich sitze gerade im Büro – und schaue mir hier ganz bestimmt keine Videos an. Zwei, drei oder vier „Arbeitsproben“ würde ich hingegen lesen. Gibt es aber nicht. Dann ist auch mir der extrem niedrige Frauenanteil aufgefallen; zudem habe auch ich nach mir bekannten Gesichtern Ausschau gehalten, bis auf drei oder vier ist mir aber keiner ein Begriff. (Und wie gesagt: Die Videos hab ich mir nicht angeschaut.) Auch das Kreditkarte only angeboten wird, halte ich ebenso für einen Fehler: Es sollte doch jedem klar sein, dass man, je mehr Zahlungsmöglichkeiten man anbietet, um so mehr Leuten entgegenkommt. Es gibt alles: Diejenigen, die aus welchen Gründen auch immer, keine Kreditkarte haben. Diejenigen, die paypal scheiße finden. Und diejenigen, die ungern irgendwo ihre Bankverbindung angeben mögen. Ich persönlich könnte mit meiner Kreditkarte zumindest nicht „spontan“ bezahlen, weil ich hierfür ein Passwort benötige („verified by visa“). Das trage ich aber nicht bei mir. Insofern: Chance vertan, wenn nur Kreditkarte geht; paypal hingegen wäre super easy für mich. Und nein: Wenn ich heute Abend zu Hause bin und ans Kreditkarten-Passwort komme, hab ich den Krautreporter schon längst wieder vergessen…

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          1. oli

            @A.P.: Ach, ich glaube jemand mit so einer Aufmerksamkeitsspanne gehört nicht zur Zielgruppe. Die können gut auf Dich verzichten.
            Vielleicht sollte man an krautreporter etwas andere Massstäbe anlegen in Bezug auf Bauchpinselung; es möglichst einfach machen. Ich finde: die Idee zählt hier.

    2. Anderer Gregor

      Der Zeitungsvergleich hinkt — gerade eine Zeitung kann ich erstmal im Kiosk grob überblättern; wenn mir das Gesehene gefällt, vielleicht mal fünf Euro für eine einzelne Ausgabe ausgeben, oder auch zwei, und mich dann irgendwann dazu entscheiden, einen zwei- oder dreistelligen Betrag für ein Abo auszugeben. Das alles ist hier nicht möglich. Ich weiß höchstens, was die Beteiligten privat oder in anderem Auftrag mal geschrieben haben, was ich aber kaufe, erfahre ich nicht. Bzw nur sehr umständlich und vage.

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    3. Jeeves

      Ich finde das „schlichte bzw. minimale“ Design sogar recht ansprechend, eben weil kein spinnerter Designer mit seinem Schnickschnack da reingepfuscht hat. Warscheinlich hat schon beim schrecklichen Namen „Krautreporter“ so ein Fachmann seinen Genius raus gelassen. Wissen diese Journalisten nicht, dass deutsche Rockmusiker sich seit Jahrzehnten gegen dies „Kraut“ wehren? …dass es ein Schimpfwort der britischen Boulevardpresse ist? Oder sind’s eben doch nur Journalisten, die von vielem leider nur sehr wenig wissen? Mag ja sein, dass das „Kraut“ ironisch gemeint ist – aber sowas gehört dann in den Postillon, nicht hierher.
      Das mit der Kreditkarte erscheint mir sogar eine passable Lösung, Amazon oder die Antiquiariate bei ZVAB machen das erfolgreich seit Jahren. Wollte da jemand „paypal“ haben? Gibt’s eigentlich noch Postanweisungen?
      Die 28 Leute hätten ihr Vorhaben etwas besser, kürzer, prägnanter erklären müssen; dass die deutsche „Qualitäts“presse oft mies ist (ja, sogar verlogen, aktuelles Stichwort: „Ukraine“) muss mir niemand extra unter die Nase reiben: das seh‘ ich selbst und das ärgert mich jeden Tag.

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    1. Anderer Gregor

      Angesichts dessen, dass die meisten der Frauen da angeben, für „Mode“, „Gesellschaft“, etc zuständig zu sein, für „Vice“ geschrieben zu haben, oder grauenhaft zu Tode designte Sachen als Referenz verlinken, könnte ich mit weniger Frauen im Team eigentlich auch ganz gut leben …

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    2. Max

      Ja, wirklich, das mit den Frauen. Schrecklich. Schon wieder müssen es die Männer übernehmen, voran zu gehen und so ein Projekt auf die Beine zu stellen. Schrecklich. Können das nicht mal Frauen machen? [/sarkasmus]

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  9. snirgel

    Habe zwar gespendet, stimme aber auch zu.

    Ich empfand noch zudem nervig, dass ich mindestens 60 Euro spenden mußte, und nicht, wie normalerweise üblich, auch weniger. Entweder 60 Euro oder nichts fand ich schon ein wenig seltsam, denn man sperrt damit (neben dem Kreditkarten-Bezahlsystem), nochmal einige Unterstützer aus, wie ich finde….

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    1. Marc

      Jeder hat doch ganz gerne etwas Planungssicherheit. Und sich via Crowdfunding von Monat zu Monat hangeln würde mich nicht gerade motivieren. Zumal ich dann ja doch wieder versucht wäre, die schnelle Geschichte für den schnellen Euro zu machen. Was dann aber auch keiner will.

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  10. Tim

    Das allerwichtigste Erfolgsrezept für Startups lautet immer: jetzt loslegen.
    Der allergrößte Fehler von Startups lautet immer: jetzt noch mehr Zeit in Planung investieren.

    Krautreporter fährt im Grunde eine amerikanische Strategie und keine deutsche. Das ist der richtige Weg.

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    1. Lorenz Matzat Artikelautor

      Danke für deine Anmerkung. Das stimmt, mit schwammigen Ideen und Geschäftsmodellen gab es für Internet-Startup mal viel Geld von Investoren; soweit ich das beobachte, ist das aber immer weniger der Fall – vor allem wenn das Produkt bzw. der Service und die Vision sehr wolkig bleiben. Ich habe auch überhaupt nichts gegen loslegen, aber ich finde das Angebot eben schlecht präsentiert und fehlerhaft vorbereitet. Darüber habe ich meine Enttäuschung geäußert, weil ich mehr erwartet/erhofft habe.

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      1. Tim

        Visionen und tolle Präsentation sind nur in den seltensten Fällen ein Erfolgsgarant. Rein unternehmerisch kann ich bei Krautreporter keinen Fehler erkennen, was bei der großen Mannschaft erstaunlich ist. Alle eventuellen Schwierigkeiten sind Detailprobleme, die sie im laufenden Betrieb beheben können.

        Krautreporter testen den Markt meiner Meinung nach in idealer Weise. Sollte dieser Test schiefgehen, hat moderner Journalismus in Deutschland auf viele Jahre ein sehr großes Problem.

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        1. Lorenz Matzat Artikelautor

          Dann legen wir offensichtlich unterschiedliche Kriterien an, was eine „ideale Weise“ ist.

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        2. Flitzpiepe

          “ Sollte dieser Test schiefgehen, hat moderner Journalismus in Deutschland auf viele Jahre ein sehr großes Problem.“

          Das mag durchaus so sein, doch. Umso ärgerlicher, dass er – allem Anschein nach – schiefgehen wird.

          Gerade mal 20% der benötigten Crowdfunder nach dem Super-Hype der ersten Tage?! Nach all den Medienberichten, Erwähnungen, Tweets etc. Das ist – nach allen bisherigen Crowdfunding-Erfahrungen – deutlich zu wenig. Wenn es so weitergehen sollte, landen die Krautreporter sehr deutlich unter 10.000 Abonnenten. Mag sein, da kommen noch richtige PR-Pushs, die wesentlich mehr bringen. Aber was sollte das sein? Das meiste Pulver scheint bereits verschossen. Erfolg bisher: sehr mäßig. Es fehlen noch fast 12.000 Abos – fast 80 Prozent!

          Und warum? Eben weil die ganze Sache unprofessionell angegangen wurde, voreilig, naiv und teilweise dilettantisch. Medien-Bashing! Selbstüberhöhung! Der Name! Kreditkarte! Die Gender-Falle! Kommunikationsstrategie so lal bis unklar! Datenschutz-Wirrwarr! Apple-Hipster-Anmutung! Unklares redaktionelles Konzept! Keinerlei Demo! Kein Plan, wie Otto Normaluser erreicht wird! Dünnhäutige Reaktion auf Kritik! etc. pp.

          Krautreporter testen mitnichten den Markt in idealer Weise. Das ist unfundierte Schönfärberei, Starup-Inkubator-Sprech.

          Krautreporter haben selbstgefällig und voreilig einen amateurhaften Test gestartet, der scheitern und verbrannte Erde hinterlassen wird.

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  11. Pingback: Notizen aus dem Barschenweg | Krautige Reporter

  12. Alphager

    Mein Problem ist die undurchsichtige Webseite: Ich habe zwei Mal meine Kreditkartendaten eingegeben und abgesendet; beide Male kam keine Bestätigungsmail (aber auch keine Fehlermeldung). Ich habe jetzt einen Account, der mir außer der Anmeldung keinerlei Mehrwert (z.B. Anzeige, wieviel man gespendet hat und was man dafür bekommt wenn die Kampagne vorbei ist). Ein drittes Mal gebe ich die Daten nicht ein…

    Antworten
  13. Jo Fix

    Ich persönlich bin schon beim ersten Ab- oder Ansatz auf der Seite „ausgestiegen“. Da gibt es also (super!) eine Schar von Schreibern, die es besser machen wollen (auch super! her damit!) im Online-Gewerbe. Hm. Wenn ich gleich zu Anfang groß postuliere „Der Online-Journalismus ist kaputt“… welchem kaputten Online-Gaul soll ich denn dann noch für 60 Euro Möhren kaufen?

    Gut, gut, da steht dann später „Wir kriegen das wieder hin“. Aber ehrlich: Statt doller Köpfe hätte ich mir dann doch lieber mal ein paar Stücke Geschichten angeschaut, an denen ich sehen kann, was denn dann und wie.

    So ist es eigentlich nur die gefühlt 3000. Vorstellung von „Hey, alles kackt ab, hier geht´s aber rund und besser“-Nummer. Die meisten davon haben es nicht ins Bildblog geschafft. 60 Euro ist mir das aber nicht wert. Ich zahl nicht so gern für Werbung.

    Antworten
  14. Max

    berechtigte Kritik. Insbesondere die zur Außendarstellung/Kommunikation und zu den Themen teile ich voll und ganz.
    Die große Lücke besteht ja meiner Meinung nach nicht bei noch mehr Gesellschafts-/Kultur-Texten – da findet man doch genug „in irgendwelchen Blogs“ -, sondern bei aktuellen politischen Themen. Mehr „Bildung, Finanzen, Arbeit“ und die genannten „Fachidioten“, das wärs.

    Trotzdem habe ich ebenfalls erstmals gespendet.

    Antworten
  15. Jack Bristow

    Zu wenige Frauen? Zu wenig Migration? Ja sollen hier irgendwelche Quoten erfüllt werden oder geht es einfach nur um guten Journalismus? Hängt der neuerdings von Geschlecht und Rasse ab? (Um mal den Spieß umzukehren)

    Die Kreditkarte wurde aus einem einfachen Grund gewählt – scheitert das Geldsammeln, wird der Betrag einfach nicht abgebucht. Bei jeder anderen Zahlungsweise würde ein beträchtlicher Verwaltungsaufwand für die Rücküberweisungen/Erstattungen anfallen …

    Mal sehen wie der Kontostand am Ende des Monats aussieht. Hab zwar nicht viel, aber Krautreporter dürfte es wert sein.

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  16. Jo Fix

    Ah. Ein Nachsatz: Ob da jetzt Geschichten von einem halb schwarzafrikaner/ halb chinesischen RedakteurIn geschrieben werden, ist mir egal. Ich werde auch nicht schimpfen, wenn es in der Redaktionsgemeinschaft keinen Rollstuhlfahrer mit Migrationshintergrund gibt. Ich würde mich schlicht über Geschichten freuen. Saugeile Geschichten.

    Antworten
    1. Jeeves

      „Ich würde mich schlicht über Geschichten freuen. Saugeile Geschichten.“
      .
      Gehen Sie mal in eine Buchhandlung.
      Oder, wg. „saugeil“, an einen xbeliebigen Zeitungskiosk.

      Antworten
      1. Jo Fix

        „wg“ saugeil sollte ich jetzt nicht unbedingt zu einem xbeliebigen Kiosk gehen müssen. Find ich. Wenn das Wort stört… richtig gute Geschichten. Das wärs auch, was ich meine. Und richtig gute Geschichten scheine ein Mischding zu sein – zumindest dann, wenn man davon leben möchte.

        PS: Jau. Ich mag Geschichten, die ich saugeil nennen kann, weil sie es sind. Man kann auch andere Worte finden, aber der Sinn bleibt.

        Antworten
  17. jmk

    Nur kurz zum Kreditkarten Mimimi. Man sollte im Netz eh nur prepaid-Karten verwenden, die gibt es oft für umsonst und ohne Schufa. Warum das hier so gehandhabt werden muss, wurde schon in den faq beschrieben.

    Antworten
    1. Jo Fix

      Vielleicht ist „Mimimi“ ein Grund, warum das Angebot etwas verdübelt daher kommt. Die meisten Netzbenutzer haben inzwischen (…) nicht mehr das Problem, das sie nervige Werbung wegklicken müssen, etwas, was auf der Startseite als „Nööö. Das will man ja nicht“ angepriesen wird. Vielen aber dürfte die Brisanz von Dateneingaben im Netz ziemlich nachhaltig bekannt sein – und ich weiß nicht, ob da die ausschließliche Möglichkeit der Eingabe von Kreditkarten-Daten so eine gute Wahl ist. Selbst wenn dann Denic sagt, dass der schlußendliche Domain-Inhaber das gleiche gute Haus teilt, wie die der Caritasverband Kreuzberg.

      Antworten
  18. Rudi

    Grundsätzlich wundert mich auch das beharrliche Schweigen im Walde. 28 angebliche Superreporter – und keiner reagiert auf die immense Kritik in genau dem Medium, in dem sie angeblich so toll sind… hallo, Krauterer, gibt’s Euch überhaupt? Und wollt Ihr auch was verbessern (speziell in Eurem Auftritt), oder wisst Ihr sowieso, dass Ihr die Tollsten seid und alle anderen so-gar-keine Ahnung haben? Leser-Schreiber-Dialog und so…

    Antworten
  19. Eric

    Danke für diesen Text. Vorher war ich mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll und ob ich Lust habe, 60 Euro vorab für so etwas auszugeben. Jetzt bin ich mir sicher: ICH WILL und werde.
    Was hat das mit deinem Beitrag zu tun? Du mäkelst an Layout, fehlender Migrations-Beteiligung und an der Darstellung. Das ist im Vorfeld zu einem solchen Projekt meiner Ansicht nach Genöle und ich möchte mich mit ganzem Herzen auf die andere Seite stellen. Nämlich auf die der Leute, die etwas tun und nicht nach einem schöneren Layout rufen.
    Sorry…

    Antworten
    1. Lorenz Matzat Artikelautor

      Danke für den Kommentar. Ich habe noch ein paar andere Gründe genannt; die dürfen dir selbstverständlich egal sein oder kannst du anders bewerten. Aber gehe doch drauf ein.

      Antworten
  20. Uli

    Ich bin auch relativ skeptisch, für mich ist größtenteils unklar was für Inhalte bei den Krautreportern künftig erscheinen sollen. Der Niggemeier macht also was über „Medien“, nun das tut er ja schon seit 15 Jahren. Was genau wird man dort lesen können, was er nicht schon heute kostenfrei in sein Blog stellt? Wo ist der Mehrwert, was wird mit dem zusätzlichen Geld angestellt?

    Ein paar Arbeitsproben online zu stellen gilt wohl inzwischen als uncool oder wie? Ging man bei einem Startup nicht früher mal in Vorleistung um Kunden zu gewinnen und Geld verdient wurde später?

    Ich würde mir sehr wünschen, dass hier bis Anfang Juni noch einiges nachgeliefert wird, sonst könnte die Kampagne schnell im Sand verlaufen.

    Antworten
    1. Angelo M.

      Den Niggemeier unterstütze ich schon jetzt finanziell mit meinem Abo der FAZ/FAS. Da er auch im SZ-Magazin schreibt, kommt ihm auch ein Teil meines SZ-Abos zugute. Als er für den Spiegel schrieb, war ich auch sein kleiner Sponsor.
      Außerdem lese ich ihn im Bildblog und in seinem Blog und registriere die Werbung dort. Das sind wieder Mini-Beträge für ihn von mir.
      Was aber macht Herr Niggemeier mit meinen und anderen ihm nicht genehmen Kommentaren und Kommentatoren auf seinem Blog? Er löscht Kommentare und sperrt Kommentatoren.
      Und dem soll ich 60/28 € in den Rachen werfen? Er verspricht uns Qualitäts-Journalismus und liefert ihn seit zwanzig Jahren nicht. Auch die anderen 27 Journalisten überzeugen mich nicht. Einen Vorschuss erhalten sie von mir auf keinen Fall.

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  21. Pingback: Krautreporter | Dobschat Rebooted

  22. Rico Grimm

    Ich bin ja mit dabei bei dem Projekt. Ich will mal aus meiner persönlichen Sicht ein paar Sachen von Lorenz thematisieren. Seine Kritik ist fundiert, sie ist es wert, darauf detaillierter einzugehen.

    1. Präsentation

    Das kann man kritisieren, halte ich aber nicht für das Wichtigste. Zumal hinter dem Video eine einfache Idee steckt: Wir Autoren wollen Geld. Also müssen wir Autoren auch danach fragen und zu sehen sein. Das Video darf auch nicht zu lang werden.

    Aber die Musikauswahl ist fragwürdig. Stimmt.

    2. Team/Themen

    Wichtig war uns, gar nicht erst in Ressorts zu denken, wir wollen ja keine Vollredaktion sein. Deswegen brauchen wir auch nicht zwingend für jedes Thema und jedes Land feste Leute. Falls sich eklatante Lücken auftun, schließen wir die mit den Arbeiten von Freien. Wir werden übrigens die erste Redaktion des Landes sein, die den „Code of Fairness“ von Freischreiber unterschreibt (http://www.freischreiber.de/positionen/code-of-fairness/).

    Spezielle „Investigativ“-Journalisten brauchen wir auch nicht, wenn wir unsere Arbeit richtig machen. Die Investigativ-Teams vieler Redaktionen sind ja eher ein Ausdruck von deren Geldnot als von Innovationskraft – schließlich hat etwa der finanziell recht gut ausgestattet Spiegel kein Investigativ-Team. Dort haben alle Redakteure (grundsätzlich) Zeit für viel Recherche und das ist in vielen anderen Medienhäusern eben nicht gegeben, weswegen Kräfte freigestellt und gebündelt werden müssen.

    Außerdem: Wiegold und Weinreich beispielsweise. Wer sich deren Arbeit anschaut, sieht, dass die beiden für genau einwas stehen: hartnäckige Recherche.

    Weiter bemängelt Lorenz, dass wir keine Arbeitsproben abliefern würden. Bei fast jedem Autor ist dessen persönliche Homepage angegeben. Dort zu finden? Arbeitsproben. Aber vielleicht sollte man die prominenter platzieren, stimmt.

    Diversität? Frauen? Haben wir zugehört: http://blog.krautreporter.de/ Das können wir aber jetzt nicht auf die Schnelle ändern.

    3. Webtechnologie

    Die ersten zwei Dinge, die er anspricht, sind Kinderkrankheiten. Das Dritte, die Webtechnologie, ist Expertenwunsch – jetzt zu Beginn noch nicht wichtig. Schließlich müssen wir ja gerade außerhalb unser Filterbubble Leute erreichen und mit Blogposts, die von html, javascript, jspon, rss und endless scrolling sprechen, wird das schwierig.

    4. Bezahlverfahren

    Gebe ich ihm voll recht. Das wirkt unprofessionell. Aber ein „Kardinalfehler“ ist es auch nicht.

    5. Informationspolitik

    Wir bemühen uns gerade. Und die Startseite muss alle Leser abholen, auf niedriger Schwelle, nicht Lorenz, der ziemlich viel weiß und auf andere Dinge achtet als nicht so technikaffine Journalisten wie er.

    Zu guter letzt: Ich bin im Herbst 2010 auf die Deutsche Journalistenschule gekommen. An meinem zweiten Tag dort habe ich gehört, dass es die Branche gerade sehr schwierig hat und wir wahrscheinlich keine Jobs finden werden. Seitdem kreisten meine Gedanken immer wieder um die eine Frage: Wie können wir aufwändigen Online-Journalismus finanzieren? Krautreporter ist der erste ernstzunehmende Versuch seit diesem Tag vor mehr als 3 Jahren, diese Frage in Deutschland mal völlig anders anzugehen als via „Mikropayments“, „Native Advertising“, normale Werbung und „E-Book-Verkauf“. 3 Jahre sind eine Ewigkeit.

    Es ist doch ganz einfach so: Wenn wir es packen, ist das ein deutliches Signal für die Branche. Wenn nicht, erst recht.

    (Dieser Post war ursprünglich eine Antwort auf einen FB-Eintrag: https://www.facebook.com/uwe.h.martin/posts/10203048588869702 Ist leicht geändert.)

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    1. Tim

      Wenn wir es packen, ist das ein deutliches Signal für die Branche. Wenn nicht, erst recht.

      Ja, da stimme ich Dir voll zu. Ihr stellt dem Markt die zentrale Frage: Sind Leser bereit, direkt Journalisten zu bezahlen? Und ihr stellt sie hart, einfach und direkt. Alle anderen Aspekte sind nicht so wichtig. Mangelnde Zahlungsmöglichkeiten und Technik mögen manchen abschrecken, aber dennoch: Wenn nach Wegfall aller Kritiker und Nicht-so-toll-Finder nicht mal 15.000 zahlende Leser übrig bleiben, dann kann man sich wirklich kein deutlicheres Signal für die Branche vorstellen. Dann werden alle – zu recht – davon ausgehen, daß in Deutschland niemand für Journalismus zahlen will.

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  23. Rico Grimm

    Noch ein kleiner Nachtrag zum Bezahlverfahren: Hier erklären wir, was dieses „Sparker“ ist:

    Sparker ist der Name der Crowdfunding-Software, die wir ursprünglich für die geplante zweite Version Crowdfunding-Plattform Krautreporter entwickelt haben. Sie kommt jetzt zum ersten Mal zum Einsatz und wird im Moment auch nur für Krautreporter verwendet. Zukünftig ist sie grundsätzlich aber auch für andere Projekte einsetzbar. Deswegen ein eigener Name.
    Sparker ist also wie eine Crowdfunding-Plattform, auf der Krautreporter als Projekt läuft. Krautreporter ist aber Initiator und Verantwortlicher für das Projekt Krautreporter, Sparker der Dienstleister, der für die Abwicklung und den rechtlichen Rahmen sorgt. So, als wäre KR ein Projekt bei Kickstarter zum Beispiel.

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  24. Rudi

    Na, Zeit wird’s, dass sich mal jemand meldet! Gut so!
    Das Bezahlverfahren wird mit Deinem Beitrag aber auch nicht wesentlich klarer, Rico, tut mir leid.
    Und: Doch, es ist ein Kardinalfehler. Denn die Aufmerksamkeit für Euch wird in den nächsten Tagen rapide sinken (außer, Niggemeier platziert Euch regelmäßig auf Bildblog) – und 98 % derer, die Geld spendieren und sich einschreiben wollten, es aber mangels Transparenz nicht taten, kommen nie wieder – erste und wichtigste Internet-Regel: Verprellte Leser sind für alle Zeiten verprellt… zumindest aber sehr, sehr lange…

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  25. Pingback: Kraut und Rüben: Dem deutschen Magazin-Start-Up Krautreporter fehlt es an einer klaren journalistischen Vision | BerlinMag

  26. fritz

    Die Bezahlfunktion nur über Kreditkarte ist (für mich) ein absolutes NoGo.
    Ich habe meine abgeschafft, als die Kreditkartenfirmen Assange den Geldhahn zugedreht haben.
    Habt ihr alle schon vergessen?
    Ich nicht!

    Antworten
  27. Rudi

    @ Rico: Naja – wie die allermeisten da draußen ohne Kreditkarte mit Euch glücklich werden sollen… in den USA wär’s kein Problem, aber, hey, wir sind in D und da könntet Ihr genauso eine Bezahlung mit Kokosnüssen oder Golddukaten einfordern. Das wird nicht klappen.

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  28. OlafK

    Anmerkung von Lorenz Matzat: Ich habe den langen Kommentar von Olaf Kampmann (Prenzelberger Stimme), der hier stehen sollte, nicht freigeschaltet. Im Kern dreht es sich um seine Auseinandersetzung mit Philipp Schwörbel (Prenzlauerberg Nachrichten und Geschäftsführer von Krautreporter). Wen dies aber interessiert, der wird z.B. hier fündig.

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  29. Pingback: Krautreporter: Journalismus mit Substanz? | Goldenactive.de

  30. RDroge

    Ja, so ein Ärgernis. Da raffe ich mich mal auf und verschicke an zig Leute eine Werbemail für das interessante Projekt, und dann??? Ergeht es den meisten so: Ihr Interesse erlischt mit jedem Klick auf der extrem schlecht, weil uninformativ konzipierten Seite und der sich verweigernden Technik. Das darf doch wohl nicht wahr sein! So verpufft die Aktion und mir als ungefragte Unterstützerin ist diese Ignoranz oder dieser Dilletantismus peinlich.
    Wäre es den Krautreporter auch egal, wenn ihre Printartikel schwarz auf schwarz erschienen?

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  31. Pingback: Krautreporter und die deutschen “Tugenden” | herroverstreet

  32. Christian

    Mir ist völlig unbegreiflich, wie sich hier manche an den ja durchaus (noch) vorhanden Schwächen des Konzepts hochziehen. Es geht gerade mal um lächerliche 60.- Euro Spieleinsatz, den man riskiert (und das auch nur, wenn sich 15000 Gleichgesinnte finden). Man kann eine ganze Menge dafür gewinnen, wenn es gut geht und wenn nicht – so what? Dann hat man halt mal 60.- Euro fehlinvestiert. Manche hier tun, als gehe es um eine Investitionsentscheidung in der Größenordnung eines Hauses, wenn man deren Lamenti liest.
    Und sehr lustig auch, den Kritikpunkt Kreditkarte (weil Kreditkartenunternehmen sind böse) im gleichen Atemzug mit der Forderung nach der Bezahlung über PayPal zu nennen. Das ist dann quasi den Teufel mit dem Belzebub austreiben zu wollen.

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  33. m

    Ja, Männer. Furchtbar. Schlimm, ganz schlimm. Bevor Männer eine Idee in die Tat umsetzten sind ab nun vorher alle Frauen zu fragen ob diese das überhaupt erlauben und sie sind zu fragen/bekniet zu werden/bestochen zu werden bis, ja bis sich genug von Ihnen herablassen, mitzumachen. Oder wenigstens ihren Kopf in die Kamera zu halten. Geld gibt es natürlich auch ohne Leistungsnachweis. Wäre ja auch noch schöner.

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  34. Pingback: Schlussspurt: Die letzten Links des Tages | Seite360 - Blog für Kultur

  35. Thilo Baum

    Rico Grimm: Pardon, aber wer soll das mit dem „Sparker“ verstehen? Es ist ja wirklich rührend, den Leuten den „Sparker“ hier zu erklären, aber eben weil es erklärungsbedürftig ist, ist es doch Quark, oder? Es geht, glaube ich, nicht darum, alle Fragen zu beantworten. Sondern es geht darum, ein selbsterklärendes Projekt auf die Beine zu stellen, das erst gar keine Fragen aufwirft. Dass man den Leuten heutzutage keine Steine zwischen die Beine werfen sollte, müssten doch gerade die Netzaffinen verstehen, oder?

    Warum wirkt die Bestätigungs-E-Mail fürs Registrieren wie Spam? Statt „Krautreporter“, wie es zu erwarten wäre, heißt der Absender „Sparker“. Was ist das aus Sicht des zahlungswilligen Teilnehmers? Nichtssagend. Kryptisch. Irritierend. Und eben das Gegenteil von „Keep it simple“.

    Ganz im Ernst: Wie kann man nur davon ausgehen, Externen erschlösse sich plausibel, was „Sparker“ ist? Oder sie würden sich für eine Erklärung interessieren? Der „Sparker“ ist dabei nur eines von mehreren Indizien für „zu viel gedacht“ und „unnötig erklärungsbedürftig“. Manche Leute sind eben so intelligent, dass sie darüber stolpern und das Wesentliche übersehen, die simple Wahrnehmung des Users.

    Offenbar steht im Kern die Frage, wovon die einzelnen Kraut-Autoren leben. Interessiert diese Frage die Leser? Kaum. Die Frage ist für mich: Wenn wir die Krautreporter nicht lesen, entgeht uns dann etwas Entscheidendes? Bereichern uns die Krauter wirklich, oder verstärken sie nur das Rauschen? Diese Frage beantwortet sich bisher nicht plausibel.

    Nach meinen bisherigen Erkenntnissen wird es pro Autor vier beliebige Geschichten pro Monat geben, worüber – keine Ahnung. Über Inhalte und Themen scheint man sich bisher keine Gedanken zu machen, jedenfalls nicht öffentlich. Also das, wofür wir Nutzer letztlich zahlen sollen, ist aus Sicht derer, die zahlen sollen, noch unklar. Das ist meines Erachtens der Webfehler. Die Produktbeschreibung fehlt bzw. ist zu unkonkret.

    Und indem die Teilnehmerperspektive die Macher – dem Anschein nach – wenig bis nicht zu interessieren scheint, erklärt sich für meine Begriffe dieser geringe Rücklauf.

    Aber ich bin dennoch dabei. Ich will wirklich wissen, welche Art von Journalismus wir erwarten dürfen, und ich bin guter Hoffnung, dass er hochwertig sein wird. Die Kernfrage ist: Ist das, was wir lesen werden, wirklich relevant? Sind es harte und interessante Fakten, über die andere schreiben werden: „wie Krautreporter berichtet“? Oder wird es der gewohnte Meta- und Pseudo-Journalismus sein, für den selbst 1 Euro im Jahr zu viel wäre? Werden wir also lesen, was ein Autor denkt (mir egal) oder was er exklusiv herausgefunden hat (bei manchen der Autoren, deren Namen ich kenne, meistens spannend)? Werden wir von wichtigen Themen lesen, über die wir bisher nichts lesen? Lesen wir spannende, neue Perspektiven?

    Die Diskrepanz, die ich wahrnehme, ist: Der Begriff „Geschichten hinter den Nachrichten“ deutet klar auf Meta-Journalismus und Beliebigkeit hin und nicht auf eigens recherchierte relevante Informationen. Zugleich aber stehen hinter den Krautern meiner Einschätzung nach einige kluge Köpfe. Irgendwie wird dieser Konflikt ausgehen müssen.

    Und deswegen bin ich gespannt. Ich will, dass das Ding läuft, um zu sehen, wie es läuft und was geschieht. Vielleicht können wir ja in einem Jahr oder zweien sagen, dass es wichtig ist, dass es sowas wie Krautreporter gibt. Das hängt aber davon ab, was es dort Ausschlaggebendes zu lesen gibt.

    Und noch eine Kleinigkeit: Es soll ja unbedingt Online-Journalismus sein. Damit fesseln sich die Krautreporter ebenso an einen Datenträger wie die Printheimer. Aber im Grunde ist es egal, wo eine relevante News steht, meinetwegen darf sie auf Plastikfolie gedruckt oder in Granit gemeißelt sein. Ich hoffe, der Fokus aufs Medium (den Datenträger) wird nicht wichtiger als der Fokus auf die Relevanz.

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  41. René Schröter

    Warum ich dabei bin? Ich will bzw. ich möchte, besser ich freue mich wenn der Online Journalismus eine neue Anlaufstelle erhalten wird. Visionen werden häufig unterschätzt!

    Allerdings gibt es einen viel wichtigsten Punkt für mich. Ich habe Angst vor den Konsequenzen wenn es nicht funktioniert, wenn die 15000 Leute nicht erreicht werden. Die Medienlandschaft wird das Konzept schlecht reden und die Krautreporter sagen, dass die Medienlandschaft noch nicht bereit dafür ist.

    Ich hoffe sehr das es anders wird. Das die Verantwortlichen sich selbst hinterfragen und einen neuen Anlauf probieren. Mit einer besseren Vorbereitung.

    In knapp zwei Wochen wissen wir mehr!

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  48. Harald Schröter

    Und ihr „Experten“?
    Weint ihr euch heute in den Schlaf?
    Nicht mal eure ‚bedeutenden‘ Kritikpunkte konnte die Sache aufhalten. Hier haben sich einige aus der Deckung getraut und beginnen den Raum zu schließen, den die großen Medienkonzerne aufgerissen haben, sie haben den Mut der euch fehlt. Schluckt euren Neid herunter und versucht doch eher mitzuwirken, an Geistern die Sachverhalte durchdringen und die wesentlichen Dinge (!) kritisieren kann es nie genug geben.

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