Postfilialen in Berlin auf Karte eintragen: Google Fusion Tables Tutorial

Die Taz hat heute einen Datensatz über Postfilialen bzw. Verkausstellen der Post in Berlin veröffentlicht. Per Google Fusion Table wurden die Standorte der (Ex-Filialen) auf einer Karte eingetragen und in den Artikel eingebunden. Im Folgenden wird erklärt, wie diese Kartierung – siehe eingebundene Karte oben – umgesetzt wurde.

Als erstes den jeweiligen Datensatz in einem Tabellenprogramm bearbeiten: Adresse, also Straße, Hausnr, PLZ und Stadt in einer Zelle zusammenführen (Bsp. =A2&” “&B2). Der Datensatz kann via Google Docs oder direkt in Google Fusion Table hochgeladen werden – ein Google Account wird benötigt (Fusion Tables sind vor allem für die kollobarative Arbeit an mehren zusammengeführten Datensätzen gedacht – mehr Hintergrund dazu hier auf Englisch bei Google selbst).

Visualisierung Karte Fusion Table

Die Tabelle lässt sich nun bei Fusion Tables verschieden visualisieren – in diesem Fall also auf einer Karte darstellen. Erscheint die Kartenansicht, ist der Software nun mitzuteilen, welche Spalte die Geoinformationen enthält – in dem Fall sind es ausgeschriebene Adressen, es können aber auch Geokoordinaten genutzt werden (LAT, LONG).

fusion table optionen karte

Als nächtes wird unter “Configure styles” den einzelnen Datensätze unterschiedlich farbige und verschieden große Marker zugewiesen.

Dafür muss noch einmal in das Tabellenprogramm zurückgegangen werden und je nach Kategorie (in dem Fall Postfiliale, Verkaufspunkt usw.) jeweils ein Marker bestimmt werden (im normalen workflow wäre das gleich am Anfang geschehen). Sprich die Spalte mit den Filialarten wird dupliziert und mit “Suchen&Ersetzen/Alle ersetzen” wird bspw. “Postfiliale” mit “large_yellow” ausgetauscht. Folgende Styles stehen zur Verfügung.

  • small_red
  • small_blue
  • small_yellow
  • small_green
  • small_purple
  • large_red
  • large_blue
  • large_yellow
  • large_green
  • large_purple

In anderen Fällen ließen sich auch Farben nach Werten zuordnen, Polygone bestimmen usw – mehr dazu hier bei Google)

Herauskommen sollte eine Tabelle wie folgt:

Nun sollte noch festgelegt werden, was zu sehen ist, wenn auf einen der Marker geklickt wird. Dies geschieht unter “Configure info window” oben in der Leiste über der Kartendarstellung bei Fusion Tables.

infowindow fusion map

Es lässt sich ein eigenes Template wählen (Custom) und dort lässt sich mit etwas HTML und den Spaltenbezeichnungen der Tabelle in geschweiften Klammern der Inhalt bestimmen – es ließen sich also auch mit <a href=> Links setzen. Zeilenumrüche per <br/> In dem hier besprochen Fall könnte der Code so aussehen:

Name: {FILIALNAME}
Typ: {FILIALTYP}
Anschrift:
{ADRESSE}

Schließlich soll die Karte eingebettet werden. Dafür muss sie freigeben werden, die Zugriffsrechte dürfen also nicht auf privat gestellt sein. Dafür kann unter Fusion Tables oben rechts auf “Share” geklickt werden und die Option “Unlisted” oder “Public” gewählt werden. Die der Karte ganz oben zugrunde liegende Fusion Table findet sich hier.

Nach Klick auf “Get embeddable link” oben rechts direkt über der Karte wird nun ein Codeschippsel (iframe) zur Verfügung gestellt. Der wird per Copy&Paste in den jeweiligen Artikel eingefügt (Html-Ansicht) und damit wäre die Karte eingebettet. Im Code lässt sich per “width” und “height” noch Höhe und Breite der Karte in Pixel bestimmen.

Übrigens lässt sich der Datensatz aus der Kartendarstellung bei Fusion Tables auch als KML exportieren und dann etwa in einer Google Maps (meine Karten(my maps) oder bei Google Earth öffnen. Nachteil ist, dass der Datensatz  nicht mit verschiedenen Markerfarben exportiert wird.

10 Gedanken zu „Postfilialen in Berlin auf Karte eintragen: Google Fusion Tables Tutorial

  1. Pingback: pop64.de | Hamburg vs. Berlin Blog – Axel E. Fischer fordert einbuchstabedanebentiere auf dem Barcamp Hamburg und Google Developer Day

  2. Pingback: Datenjournalismus für (uns) Einsteiger at Jan Eggers

  3. Pingback: Prozessjournalismus und die Revolution in Ägypten: Deutschsprachige Onlinemedien enttäuschen

  4. Kurt

    Eine exorbitanter Nachteil ist auch, dass beim KML-Export die mittels Geocodierung ermittelte geographische Breite bzw. Länge nicht mit exportiert wird. Ein Beispiel:

    Berlin-Kaulsdorf 1
    Mädewalder Weg 61-63, 12621 Berlin-Kaulsdorf
    <![CDATA[
    FILIALNAME: Berlin-Kaulsdorf 1
    FILIALTYP: Deutsche Post
    ADRESSE: Mädewalder Weg 61-63, 12621 Berlin-Kaulsdorf
    Markerfarbe: large_yellow
    ]]>
    http://127.0.0.1:8889/berlinpostfilialen.xls/doc.kml#BasicStyle

    Berlin-Kaulsdorf 1

    Deutsche Post

    large_yellow

    Zum Vergleich ein in Google Earth erstelltes Placemark:

    Schuhmeierplatz 7, 1160 Wien
    Schule

    16.3189829997426
    48.21004999974124
    0
    -1.919464750263232e-010
    0
    1000.00071415593
    relativeToGround
    relativeToSeaFloor

    #msn_ylw-pushpin

    clampToGround
    clampToSeaFloor
    16.3189829997426,48.21004999974124,0

    Man beachte das -Tag!!

    Fazit:Simple und schnelle Visualisierung ja, Weiterverwendung und Verarbeitung in GIS und DesktopMapping leider nein :-(

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  5. Karin

    Habe gerade versucht, die Fusion-Table Map (Status: Access “public”) in den WordPressblog über den einzubinden. Es ist mir nicht gelungen. Wo kann der Fehler liegen?

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    1. Lorenz Matzat

      Gut ist immer, den entsprechend Link mitzuliefern, weil das an 50 verschiedenen Sachen liegen kann.

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  6. Dennis

    Ich hätte die folgende Frage:

    Lassen sich bei Fusion Tables die Postfilialen nur eintragen, oder ist es auch möglich zb.: über ein Suchfeld auf der Karte die einzelnen Postfilialen finden?

    zb. über die eingabe aus einer der Nummern aus der Tabelle wie: “Berlin 16″, “Berlin 554″ womit der Standort der Filile gezeigt wird.
    Ich suche seit paar Tagen nach so einer Möglichkeit, aber bisher habe ich nicht viel zum Thema gefunden.

    Antworten
    1. Lorenz Matzat Artikelautor

      Solche Fragen könnten bspw. gut bei datenfragen.de gestellt werden. CartoDB könnte in dem Fall ggf. weiterhelfen.

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